vorübergehende Schliessung der Tanzschule wegen Covid-19

Liebe Tanzkursteilnehmer von SalsaNamá,

Natürlich freuen wir uns, dass so viele von euch teilweise schon seit Jahren zu uns in die Kurse kommen. Dafür danken wir euch vorab ganz herzlich!

Das Wichtigste vorab. Der Entscheid ist mir/uns schwer gefallen, denn Salsa und die Tanzschule ist unser Leben, aber seit Sonntagmorgen steht der Entschluss fest:

Wir schliessen ab morgen Montag 16. März unsere Tanzschule SalsaNamá bis zum Ende der Frühlingsferien! Damit machen wir es so wie die öffentlichen Schulen und haben auch vor, ab dem 20. April unsere Tore wieder zu öffnen, sofern es die Situation dann zulässt.

Das bedeutet für dich/euch konkret:

  • Wir haben in diesem Quartal bereits 10 Kursabende absolviert. Bis zu den Frühlingsferien wären noch zwei reguläre Kursabende, sowie zusätzlich ein «geschenkter» Kursabend (als Kompensation für Sportferien) geplant gewesen. Diese entfallen jetzt aufgrund der frühzeitigen Schliessung
  • Natürlich ist es möglich, euch zumindest zwei Kursabende für die nächste Kursperiode anzurechnen oder, wenn du das wünschst, auch rückzuvergelten. Melde dich in diesem Falle einfach bei mir und wir finden sicherlich eine Lösung

Erklärung dieses Entscheides

Die momentan schwierige Lage mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat bekanntlich dazu geführt, dass ab morgen Montag den 16. März die öffentlichen Schulen/Universitäten bis nach den Frühlingsferien geschlossen bleiben. Eigentlich sind wir der Meinung, dass Tanzschulen bei diesem Bundesratsentscheid nicht eingeschlossen sind und tatsächlich ist uns auch noch nicht zu Ohren gekommen, dass andere Tanzschulen in Bern/CH ihre Tore nun schliessen werden. Trotzdem haben wir uns seit Freitag eindringlich mit den möglichen Konsequenzen auf unsere Tanzschule beschäftigt. So haben wir einerseits als Tanzschule eine Verantwortung gegenüber den Teilnehmern der Tanzkurse, sowie ihren Angehörigen und der Allgemeinheit. Als Selbständigerwerbender habe ich andererseits im Gegensatz zu vielen Angestellten keine finanzielle Absicherung für mich und meine Familie und wir haben schon mit der Absage der Mahogany Salsa Anlässe grössere Einbussen zu verkraften.  Aber wir wollten proaktiv sein (siehe unten) und zeitnah eine Entscheidung fällen.

Wir sind von Anfang an, denke ich, sehr verantwortungsvoll mit dem Thema «Corona» umgegangen und haben bereits Anfang März bspw. die Regeln eingeführt, dass es in unseren Kursen nebst den üblichen Hygienemassnahmen vorerst keinen Partnerwechsel und keine Rueda mehr gibt. Auch gehörten wir zu den ersten in der Schweiz, die öffentliche, damals noch erlaubte, Salsa Events abgesagt hatten.

Jetzt ist die Zeit gekommen, noch einschneidendere Massnahmen zu ergreifen.

Die Ansteckungsrate in der Schweiz ist leider immer noch viel zu hoch (fast exponentielles Wachstum) und es ist deswegen nicht unwahrscheinlich, dass es dramatische Szenen wie aktuell in einigen italienischen Krankenhäusern auch hier in den nächsten Wochen geben könnte. Dort sprechen betroffene und erschöpfte Ärzte und Pflegepersonen oft von einem Tsunami, der über sie gekommen ist. So schildert auf »Spiegel Online« die Ärztin Francesca Mangiatordi: »Wir wissen gar nicht, wie wir die Schichten besetzen sollen. Das Personal rennt von Patient zu Patient. Wir sind nicht in der Lage, allen gerecht zu werden.» Viele würden das Virus unterschätzen – wie erst auch in Italien. «Jetzt kämpfen wir verzweifelt mit den Konsequenzen. Nehmen Sie Corona nicht auf die leichte Schulter, sondern bereiten Sie sich vorzeitig auf eine massive Corona-Welle vor».

Im Gegensatz zu einem «Wasser-Tsunami» aber haben wir alle die Möglichkeit, die Höhe der zu kommenden Welle mit zu beeinflussen. Die meisten Fachleute sind sich einig. Es gilt dringend, die momentan noch steil aufwärts zeigende Ansteckungskurve abzuschwächen («flattening the curve»), damit unser Gesundheitssystem und speziell unsere Spitäler die Aufgaben in den kommenden Wochen werden stemmen können.

Primär folgende Gründe haben uns dazu bewogen, es den öffentlichen Schulen gleich zu machen:

Solidarität und Mithilfe

Der Bund hat am vergangenen Freitag drastische Schritte unternommen, um die Verbreitung von Covid-19 zu stoppen. Damit diese Massnahmen effektiv sind, ist es nötig, dass sich möglichst viele daran beteiligen, bestehende Infektionsketten zu unterbrechen. Also dein Zuhausebleiben hilft allen! Je mehr da jetzt gleich mitmachen, umso schneller kann sich das öffentliche Leben auch wieder normalisieren und umso mehr kann man noch drastischere Massnahmen verhindern.

Social Distancing!

Das ist das oberste Gebot der Stunde und es bedeutet einerseits, direkten Körperkontakt zu vermeiden und Abstand zu anderen zu wahren und andererseit, die Anzahl der Sozialkontakte auf ein notwendiges Minimum (Konzentration auf Familie, enge Freunde und Beruf) zu reduzieren. Was dieses Verhalten bewirken kann, das zeigen eindrücklich ein paar Simulationsmodelle, welche du in der Online-Ausgabe der Washington Post (leider nur auf Englisch) anschauen kannst. Klar sind das nur Modelle, aber trotzdem zeigen sie, dass man mit «Social Distancing» einiges erreichen und v.a. entscheidend Zeit gewinnen kann, um kurzfristig Medikamente zu entwickeln bzw. zu testen, welche die Mortalitätsrate deutlich senken können oder um mittelfristig (1 bis 2 Jahre) einen lebensrettenden Impfstoff für die Risikogruppen griffbereit zu haben. Damit würden auch die Spitäler entscheidend entlastet!

https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/

Salsa Tanzen ist wichtig, aber nicht überlebensnotwendig

Versteht uns bitte nicht falsch. Für uns ist (Salsa-)Tanzen das Zentrum unseres Lebens und es bringt allen viel Freude, Freundschaften und Gesundheit ins Leben! Aber leider missbraucht das Coronavirus unsere tänzerischen, wie auch andere sozialen Kontakte momentan als Trittbrett, um sich möglichst schnell weiterzuverbreiten. Deshalb macht ein (hoffentlich kurzfristiger) Verzicht Sinn. Niemand wird durch diesen Verzicht direkten körperlichen Schaden erleiden. Statt zu tanzen, kann man ja halt mal öfter durch den Wald spazieren oder rennen, um sich fit zu halten. Aber dein Verzicht heute kann in den nächsten Wochen in den Spitälern Menschenleben retten.

Wir finden proaktives Handeln besser, statt nur zu reagieren

Es wird mit Sicherheit Leute geben, die uns «Panikmache» und «Überreaktion» vorwerfen werden, da wir noch einschneidendere Massnahmen ergreifen, als momentan gefordert. Tatsächlich haben wir in unserer engen Kleinfamilie (3 Personenhaushalt) überhaupt keine Angst vor gesundheitlichen Folgen bei uns selbst. Wir sorgen uns mehr um die Risikogruppen und die Leute, welche in Gesundheitseinrichtungen arbeiten. Und wir finden ein proaktives Handeln und ein vernünftiges selbstbestimmtes Abwägen der allgemeinen und eigenen Lage besser, als nur auf Massnahmen von oben zu reagieren.

Wo wir uns informiert haben – Falls du unaufgeregte und wissenschaftlich fundierte Infos weit weg von Panikmache, Verschwörungstheorien und Verharmlosung zum Coronavirus bekommen möchtest, dann können wir dir folgende YouTube Kanäle empfehlen:

YouTube Kanal von Dr. John Campbell (auf englisch)

https://www.youtube.com/user/Campbellteaching/videos

YouTube Video Reihe des norddeutschen Runkfunks mit dem Virologen Christian Drosten

Und zuletzt noch die beste Nachricht: Es werden garantiert wieder bessere Zeiten kommen, wo wir das Salsa Tanzen ausgiebigst nachholen können. Darauf freuen wir uns jetzt schon!

Wir hoffen innigst auf dein Verständnis für unseren Entscheid!

Liebe Grüsse y Salsaludos, Erich und Rita von SalsaNamá

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