"para tocar el son hay que llevarlo en el corazon" "um den Son spielen zu können, muss man ihn im Herzen tragen" Ignacio Piñeiro (Septeto Nacional) Will man mehr über die Salsa-Musik erfahren, dann muss man sich auch um den kubanischen Son kümmern, denn er ist ihr wichtigster Vorläufer. So wie die Aare irgendwo in den Berner Alpen als kleines Bächlein, so entspringt der Son den Bergen der Sierra Maestra im "Oriente". Der Oriente bezeichnet den östlichen Teil Kubas mit den Hügelzügen der Sierra Maestra und den Städten Santiago de Cuba, Bayamo, Manzanillo und Guantánamo. Die Menschen aus dieser Region gelten als noch etwas heißblütiger als ihre Landsleute im Westen (Havanna, Pinar del Rio ...). Dies könnte auch eine Folge sein der über die Jahrhunderte erfolgten "explosiven" Mischung verschiedenster Ethnien und Völker (Spanier, Franzosen, Afro- Haitianer, Dominikaner, indianische Völker, sowie viele unterschiedliche und z.T. außerordentlich stark präsente afrikanische Ethnien wie z.B. die Bantú). Ich denke, es ist wohl kein Zufall, dass in den Bergen der Sierra Maestra sowohl der erste Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier (1868) und die kubanische Revolution (1959), als auch der Son seinen weltweiten Siegeszug startete. Im Oriente ist der Son auch heute immer noch sehr präsent und lebendig. Und wen es einmal auf einer Reise nach Santiago de Cuba verschlagen sollte, der sollte sich einen Besuch im altehrwürdigen "Casa de la Trova" (eine Art musikalisches Gemeinschaftszentrum) nicht entgehen lassen. Man trifft sich da, um gemeinsam zu musizieren und seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Ich glaubte mich bei meinem ersten Besuch 1989 um 70 Jahre zurückversetzt und war seltsam ergriffen ob der Tatsache, dass ich einen Blick in die "Kinderstube der Salsa-Musik" werfen durfte. Die Wände sind tapeziert mit unzähligen Photos von ehemaligen Son-Grössen, die hier gespielt haben. Die "Casa de la Trova" ist ein richtig kleines und äußerst charmantes Museum. Allerdings kein verstaubtes, sondern ein sehr lebendiges, denn noch heute zelebrieren dort v.a. an Wochenenden bekanntere und unbekanntere Soneros und Soneras diese wunderbare zeitlose Musik auf so herzergreifende Weise, dass ich jedem rate, einen Besuch nur mit besonders saugfähigen und jederzeit griffbereiten Taschentüchern zu wagen. |