Wenn man in Kuba einmal gesehen hat, wie die Einheimischen den Guaguanco (typische Rumbaform) tanzen, da fällt einem sofort auf, mit wie viel Hingabe und Leidenschaft die Protagonisten dieses Spiel der Verführung auf die Tanzfläche zaubern. Man spürt sofort, dass dies ihre Kultur, ihre "Sprache" ist. Dasselbe Feeling für die Musik und den Tanz zu entwickeln ist für uns Europäer, die wir nicht in diesem Kulturkreis geboren sind, doppelt schwierig. Natürlich kann auch unsereiner Salsa tanzen lernen (vielleicht genauso gut oder sogar noch besser als Latinos). Und natürlich ist das das Erlernen mit Zählen als Mittel zur Analyse und Systematisierung dieser zunächst fremden Musik- und Tanzstile zumindest am Anfang mehr als hilfreich. Beim Erlernen einer Fremdsprache leisten systematisierte grammatikalische Kenntnisse ja auch gute Dienste. Man muss sich aber bewusst sein, dass dies unsere Art des Zugangs zu einer fremden Kultur darstellt und die Menschen in Kuba, Kolumbien oder Puerto Rico ganz anders in diese Musik und diese Tänze hineinwachsen. Ein Straßentänzer aus Kolumbien drückt dies folgendermaßen aus: "Der Körper weiß mehr von der Welt als das Bewusstsein. Es ist keine Technik, die man lernen kann, wie ihr Europäer das macht mit euren Tänzen. Ihr habt immer Formeln für alles, sogar, um Liebe zu machen, als ob die Liebe und der Tanz nicht aus dem tiefsten Inneren eines Menschen geboren würden, als ob sie nicht der vitale Lebensrhythmus selbst wären...". Dieses Statement eines kolumbianischen Salsatänzers ist von Jördis und Henry Guzmán. |